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Aachener Nachrichten | 06.12.2006

Obdachloser auf der Spur der Kunsträuber

Erster Krimi des Aacheners Wilfried von Serényi

Aachen. Genüsslich trinkt der Herr im Café Sandmann eine Tasse Kaffee. Ein Fläschchen Wasser rundet das Trink-Menü ab. Es ist heiß im Café, kleine Schweißperlen stehen auf seiner Stirn. Ein seriöser Herr, denkt der Betrachter. Aber der Mann denkt kriminell. 

"Schwarzer Fürst" heißt der erste Krimi des Aachener Schriftstellers Wilfried von Serényi. Es ist nicht das erste Buch des 70-jährigen ehemaligen Vizekanzlers der RWTH. Ein zeitkritischer Roman und ein Gedichtband sind bereits erschienen. Und keineswegs soll es sein letzter Roman gewesen sein, sagt der Mann, der vom trockenen Verwaltungsrecht ins Krimifach wechselte. 

"Schwarzer Fürst" spielt in Aachen, Köln, Leipzig und München. Es geht um Kunstraub: Serényis Lieblingsmaler Paul Klee schuf einst das Gemälde "Der schwarze Fürst" - und das wird gestohlen. Aber da ist noch Roman Schuster, der Held des Geschehens. Der ist ein herunter gekommener Obdachloser mit nur einem Auge, übers andere, bei einem Unfall hoffnungslos verletzte, hat er eine Augenklappe gezogen. Deshalb verlor er auch seine Stelle als gut dotierter Direktionsassistent im Hotel Kaiserhof, dem ersten Hotel am Platz in der Kaiserstadt. 

Auf seinen Streifzügen durch Aachen und Köln, wohin Schuster stets schwarz mit der Bahn reist - das System der Mehdorn’schen Personalpolitik kennt er wohl und wird deshalb nie erwischt - stößt er auf Hinweise zum Kunstraub. 

Schreiben und joggen

Ein spannendes, lesenswertes Buch des Mannes, der sich als überzeugter Aachener fühlt. Obwohl er in der Schweiz auf die Welt kam, bis zum Zusammenbruch des Nazireiches in der Heimat seines Vaters, eines Ungarn, lebte und danach als kleiner Junge mit seiner Familie nach Deutschland kam. In Aachen bzw. in Kelmis lebt von Serényi seit 32 Jahren, seine erwachsenen Kinder, Gabor (32), Ilona (35) und Sonja (30) sind längst aus dem Haus. Mit Ehefrau Ingrid führt er nun ein Leben zwischen Schreiberei, Gartenarbeiten und Joggen. 

Von Georg Dünnwald

 


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